Buchhandel

Ein kleiner Beitrag zum Thema Buchhandel.
Oder: Wie bekomme ich mein Buch in ein Geschäft?



Zwar arbeite ich in München, wohne jedoch etwas Ländlicher. Was hierbei sehr hilfreich ist. Der kleine Bäcker, neben dem Metzger und im Nachbarort mein Stammbuchhandel. Natürlich sollte man selbst nicht ständig online bestellen, wenn man möchte, dass jemand anderes das eigene Werk vermarktet.
Nachdem der Herr Bondzio (Buchhandlung Markt Schwaben) mich seit Jahren freundlich berät, traute ich zu fragen, ob er mein Buch verkaufen würde. Erst sah er mich skeptisch an. »Nicht alle Bücher sind überall erhältlich.« Im ersten Moment verstand ich nicht, was er damit meinte. Dennoch erwiderte ich, dass es kaufbar sein müsste. Also schauten wir in seinen schlauen Computer. Siehe da! Tredition-Bücher bekommt man auch im lokalen Buchladen. Dabei erzählte er mir, dass es oft bei kleineren Verlagen der Fall sei, dass man diese Bücher nur bei Amazon erhält.
Noch einmal atmete ich tief durch und erkundigte mich nach meinem Buch. Wir sprachen einige Zeit, ich erfuhr, dass es für einen kleinen Buchhändler nicht immer so einfach ist. Er kauft die Bücher eigenständig an und muss auch noch Personal sowie Nebenkosten zahlen. Die Leute lesen weniger. Das Fernsehen sowie die sozialen Medien machen es schwer. In den Punkten waren wir uns einig. Aber dann bot er mir etwas an. »Wenn ein lokaler Artikel über ihr Buch erscheint, dann verkaufe ich es.«
Anschließend plauderten wir noch ein wenig, bis ich wieder weiter musste. Immerhin hatte ich nun ein neues Ziel vor Augen. Ein paar Tage zuvor erschienen mein erster Roman und der erste Zeitungsartikel im Hallo Erding. Leider standen mir beruflich stressige Zeiten bevor, also musste ich mein Projekt um ein paar Wochen verschieben.

Nachdem ich meine Kurse und Prüfungen endlich hinter mir lassen konnte, meine Termine, Aufträge standen, die Einschulungsdinge meines Sohnes geklärt waren, konnte ich mich wieder an meine Buchvermarktung machen.
Motiviert rief ich beim Markt Schwabener Falken an. Diese erklärten mir, dass sie zu demselben Verbund gehörten, wie das Hallo Erding. Also zurück zu Journalist dem Ersten und da noch mal fragen, ob er den Artikel ein weiteres Mal freigibt. Der junge Mann ist ein absoluter Schatz und zwei Wochen später bekam ich erneut einen riesigen Artikel über mein Werk.
Zufrieden rief ich in meiner Buchhandlung an. Siehe da! Er hielt sein Wort. Nun endlich sah ich meinen Traum direkt auf dem Verkaufstisch meines Lieblingsladens. Nachdem meine Protagonistin in dem Roman Voin selbst schrieb, wäre sie sicherlich stolz auf uns. Herr Bondzio nahm sich noch einmal Zeit für mich. Ich wollte unbedingt ein paar Autoren helfen und ein paar Fragen loswerden. Welche er mir beantwortete.

Herr Bondzio ist ein sehr freundlicher Herr. Ursprünglich studierte er Kunstgeschichte, schloss dieses erfolgreich ab. Doch Familie und Kinder waren ihm wichtiger, als die große Karriere und die weite Welt. Für seine Frau steckte er zurück, er erzog seine Kinder und eröffnete vor 18 Jahren die Buchhandlung in Markt Schwaben. Mitten in der kleinen Innenstadt steckt dieses wunderbare Geschäft. Zwischen 15.000-20.000 Bücher befinden sich in seinem Laden.
Wir sprachen über Erfolge, Misserfolge und seine Liebe zu Büchern. Ken Follett bewundert er sehr. Ein Autor welcher sich nicht durch Marketingstrategien, Verlage und Geld unter Zeitdruck bringen lässt. Der bedacht, gelassen seine Werke schreibt. Denn Herr Bondzio lässt seine Kunden auch gern mal ein wenig in Geduld üben. Nachhaltigkeit und Langfristigkeit fehlen in der heutigen Zeit. Nicht jedes Werk muss sofort verfügbar sein. Man muss auch mal warten können, das erhöht die Spannung. So meint es Herr Bonzio. Von seiner Gelassenheit sollte ich mir ruhig eine Scheibe abschneiden.
Er erklärte mir das Pro und Kontra der Buchpreisbindung. Natürlich schützt diese die Verlage sowie Autoren. Doch wenn ein Buch nicht mehr nachgefragt wird, so kann er es nicht für einen geringen Preis verkaufen. Zumindest nicht so ohne Weiteres. Was er definitiv befürwortet ist, wenn Verlage in Deutschland drucken lassen. Immerhin hilft das unserer eigenen Wirtschaft.
Neugierig fragte ich, wie er denn von Neuerscheinungen erfahren würde. Dabei erfuhr ich, dass zu festen Zeiten, Verlage Kataloge verschicken. Der Händler weiß in der Regel, was seine Kunden lesen. Er selbst vertreibt über einhundert Verlage in seinem kleinen Geschäft. Bei manchen kleineren Verlagen bekommt er überhaupt keine Kataloge. Damit erfährt er nicht von den Werken der Autoren.
Auch aus Fachzeitschriften oder Zeitungsartikeln liest er von neuen Werken. Anschließend entscheidet er, ob er es bestellt oder nicht. Insgesamt unterliegt er einer sehr hohen, ständigen Flut an Informationen. Er nannte mir ein Kriterium. Wenn man ein regionales Thema aufgreift, z. B. Fischen an der Nordsee, dann würde er es kaum in Bayern anbieten wollen.
Zuletzt gab er mir noch ein paar Dinge mit auf den Weg. Man sollte Mut haben, sich neue Dinge anzueignen. Es gibt für nichts eine Garantie und Erfolg ist in unterschiedlichen Dingen messbar. Sein persönlich größter Erfolg war es, Zeit für seine Kinder zu haben.
Für uns Autoren meinte er, dass wir einfach freundlich auf die Buchhändler zugehen sollen. Nett mit ihnen sprechen und dann wird das schon klappen.


Buchhandlung am Markt
Inh. Klaus Bondzio
Marktplatz 3
85570 Markt Schwaben



Steffi Krumbiegel


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