Bernd Rosarius

„Nicht wie du, Vater“


Dieses Buch zog mich magisch an. Ich wollte es unbedingt lesen, scharwenzelte auf der Leipziger Buchmesse immer wieder an diesem vorbei, bis ich es endlich mein eigen nennen durfte. Von Bernd Rosarius dem Begründer der „Garten der Poesie“, bekam ich es und dann auch noch mit einer wundervollen Widmung. Da er diese Woche auch noch Geburtstag hat, ich kaum nach Norddeutschland fahren kann, schenke ich ihm eine Rezension.  Aber erst stelle ich das Werk einmal vor …

Produktbeschreibung:

Taschenbuch: 155 Seiten
Verlag: Pro Business; Auflage: 1 (4. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864603528
ISBN-13: 978-3864603525



Klappentext:

"Nicht wie du, Vater!", sagte der jüngste Sohn Roman zu seinem Vater. Er und seine beiden Brüder wollten nicht so werden, wie ihr steinreicher Erzeuger, der Großunternehmer Harry Bareso, der mit mafiaähnlichen Methoden nach Gewinnmaximierung strebte und schließlich ein Imperium führte, das seinesgleichen suchte. Doch auch dieser unbarmherzige brutale Geschäftsmann wollte einen seiner Söhne zum Nachfolger bestimmen. Wer war dazu in der Lage? Er stellte seinen Söhnen eine Aufgabe: Wer innerhalb eines Jahres diese Aufgabe erfolgreich bewältige, werde direkter Nachfolger im Bareso-Konzern. Als sterbenskranker Mann ließ sich Harry Bareso von seinem Vertrauten Heino Seebrecht erzählen, was aus seinen Kindern und aus der gestellten Aufgabe geworden ist.
In diesem vielschichtigen und perspektivreichen Familienroman werden verschiedene Zeitebenen, Schauplätze, Sicht- und Lebensweisen nach Art eines Sittengemäldes aufeinander bezogen, in dem jede der handelnden Personen aus einer Scheinwelt ausbrechen möchte, für die sie entweder nicht geschaffen war beziehungsweise die sie sich selbst geschaffen hat.

Zusammenfassung:

In der Geschichte sitzen der alte Harry Bareso und sein Freund (Kollege, Mitarbeiter, Vertrauter) Heino an Harrys Sterbebett. Heino begleitet diesen einst so gefürchteten Unternehmer in seinen letzten Stunden und erzählt Harrys Geschichte sowie die seiner Exfrauen und Kinder.
Das letzte Mal sah er seine Kinder bei der Beerdigung seiner ersten Frau, die Mutter seiner drei Söhne. Dort rief er seine Kinder zusammen und stellte ihnen ein Ultimatum. Er verlangte von seinen drei Söhnen, dass sie das Kapital von 500.000€ in einem Jahr verdoppeln sollten. Im Laufe des Romans erkennt man, dass Harry kein wirklich guter Vater war. Zwar sorgte er finanziell für seine Kinder, aber emotional konnte er sich nie auf sie einlassen.
Man lernt seine Söhne kennen. Torsten der älteste, welcher im Unternehmen seines Vaters arbeitete, aber nie über die einfachen Betriebswirtstätigkeiten hinaus wuchs. David, der sich eher mit Partys, Tennisspielen und Frauen die Zeit vertrieb und Roman, der Jüngste, welcher unbedingt Gorillas in Afrika retten wollte.
Dann gab es noch Katharina, Harrys Tochter aus zweiter Ehe. Diese schien ihrem Vater am nächsten zu stehen, da sie selbst erfolgreich ein kleines Unternehmen aufbaute. Sollten seine Söhne versagen, so glaubte Harry, dass Katharina seine Firmen erfolgreich weiterführen könnte. Doch es kommt alles anders, als der alte Mann es sich vorstellte.
Heino berichtet dem sterbenden Harry die Geschichten seiner Kinder. Spannend verlief für seine Nachkommen das Jahr mit dem Geld und der Aufgabe. Das Schicksal und die Liebe schienen ihnen sehr große Steine in den Weg zu legen …

Fazit:

Eigentlich mag ich diese Formulierung nicht, aber ich habe diese Geschichte regelrecht verschlungen. Schon lange kam mir so eine spannende, unterhaltende und flüssig zu lesende Geschichte nicht mehr unter. Es machte Spaß diese zu lesen, nur schwer konnte ich zwischendrin das Buch weglegen. Am Ende musste ich mich noch schwer zusammenreißen, dass ich nicht losweinte. Aber wenn man aufmerksam liest, so hat dieses Ende doch einen dezenten bitteren Beigeschmack.
In diesem Kurzroman fand ich sehr viel Seele, litt mit Harrys Söhnen, verstand seine Ex-Frauen und auch Harry, so streng er auch war, wuchs mir ans Herz. Natürlich darf Heino nicht vergessen werden, der irgendwie wie ein Schutzengel fungiert.
Bernd Rosarius packte mich mit seiner Geschichte, zog mich zu den einzelnen Protagonisten, mit denen man nur mitfiebern kann. Wortgewandt und fantastisch erzählt er uns die Geschichte eines Familienclans. „Nicht wie du, Vater“ ist absolut lesenswert und eine persönliche Empfehlung von meiner Seite.
Holt es Euch! Ihr werdet es definitiv nicht bereuten!

Bewertung:

Idee: (5/5) Einmalig und eine Geschichte die berührt.
Cover:  (5/5) Es zog mich wirklich an. Der Sohn der sich im Spiegel betrachtet und seinen Vater sieht.
Umsetzung: (4/5) Manchmal hätte ich etwas mehr Zeit gehabt. An ein paar winzigen Stellen verlief die Geschichte zu schnell.
Charaktere: (5/5) So unterschiedlich wie seine Kinder waren, genauso spannend fand ich jeden Protagonisten.
Schreibstil: (4/5) Bis ein paar Feinheiten habe ich nichts auszusetzen.


Macht eine Durchschnittsbewertung von: 4,6 Sternen (5 Sterne) 

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