Die Leipziger Buchmesse 2017


Mein eigentlicher Beitrag zur Messe folgt noch. Aber erst einmal wollte ich über meine persönlichen Erfahrungen berichten.
Durch Zufall, Glück und ein wenig Engagement bekam ich die Chance (eine Einladung) auf der LBM 2017 teilnehmen zu dürfen. Mein Autorenkollege Alex (Dark Xperience- Lyriker) wurde aufgrund unserer Zusammenarbeit mit eingeladen. Zudem passte er perfekt zu dem „Garten der Poesie“. Ein Forum aus Schreiberlingen, welche teils aus Hobby oder professionell Bücher, Gedichtbände, Anthologien oder Kurzgeschichten veröffentlichen. Man findet alles darunter. Von der Liebesgeschichte, Schicksalsschlägen, Kinderbüchern, bis hin zu Fantasy.
Seit Ende November wussten wir, dass wir zur LBM durften, also hieß es, Vorbereitungen zu treffen. Wieder einmal half mir Jacky und wir entwarfen neue Lesezeichen, der Klappentext von Nadja 1 musste anders werden und neu erstellt, Visitenkarten sowie Postkarten brauchte ich ebenfalls neue und schon artete alles in einem kleinen Stress aus.
Dann brauchte ich Goodietütchen, diese sollten nicht zu teuer werden und Alex organisierte ebenfalls Werbematerialien. Demzufolge planten wir seit Januar effektiv die Buchmesse.

Schnell rückte diese ran und Mittwochabend ging es los. Ich gab mir nicht einmal sonderlich viel Mühe diese zu bewerben. Denn wen interessierte schon Dark Xperience oder Steffi Krumbiegel? Wir sind nur Autoren unter vielen, welche eben Bücher schreiben. Nebenbei blogge ich eben noch ein wenig, ein paar meinten, dass sie kommen würden und mein Seelenheil schien in Ordnung. Nur vor der Lesung machte ich mir ordentlich ins Hemd. Diese wurde auch noch kurzfristig verschoben, da der Veranstalter der LBM diese versaubeutelte. Von Samstagnachmittag, auf Sonntagmorgen.
Alex freute sich riesig, denn bei Zeitumstellung und direkt nach Messebeginn würde kaum einer kommen. Viele versprachen, dass sie erscheinen würden, aber davon hielten es die wenigsten.
Mittwochabend packten Alex und ich die Goodietütchen. Er wunderte sich, dass ich Teebeutel darein stopfte und erkannte den Sinn nicht. 200 Tütchen packten wir. Ich besaß 1000 Lesezeichen sowie Visitenkarten, über 500 Postkarten und auch noch Restbestände. Undenkbar, dass diese je leer werden würden. Wer würde sich denn schon für uns interessieren?

Donnerstagmorgen nervte ich Alex, fluchte über die Geduld und Ruhe der Männerwelt, ging ihm auf den Keks, bis wir endlich an der Messe ankamen. Vertraue nie einem Mann! Alex führte mich durch zwei Messehallen, da er der Ansicht war, dass wir in Halle 3 und nicht in 5 stehen würden, ich dachte die ganze Zeit über Halle 5, aber er wollte Recht behalten, also schlich ich ihm mit schwerem Gepäck hinterher. Zumindest fanden wir unseren Lesebereich, nur nicht unseren Stand. Bis Alex noch mal nachsah und feststellte: Das ,Frau´ recht hatte.  
Wieder zurück, ein wenig verlaufen und schon fanden wir unseren Stand. Noch etwas schüchtern begrüßten wir einander, man wunderte sich über meine seltsamen Tütchen und sinnierte erneut wegen der Teebeutel. Der Donnerstag verlief sehr entspannt, dafür erkundeten wir zwischendurch die Messehallen und ich ärgerte mich über unseren benachbarten Stand, da sie förmlich alles abfingen. An diesem Tag beobachtete ich überwiegend und beschäftigte mich mit unseren liebenswerten Gastgebern. Dafür fragte ich, ob ich denn etwas mehr Werbung für uns betreiben dürfte, da ich 16 Jahre in der Versicherungsbranche arbeite und da so einige Messeerfahrungen besitze. Bernd Rosarius schmunzelte und meinte: „Tu dir keinen Zwang an, mach einfach!“ Damit wartete ich aber bis Freitag.
Denn am Donnerstagabend gingen wir noch mit den befreundeten Autorinnen von Paragrafen und Prosecco (Janine Achilles und Katharina Mosel) in den Auerbachs Keller. Danach verweilten wir noch in der Mephistobar, in welcher ein kleines Live-Konzert spielte. Russische Lieder mit Geige und Klavier. Es war perfekt. Ein absoluter Autorentraum.

Der Freitagmorgen wurde erneut stressig, ich bezirzte den Securitymenschen und schon kamen wir etwas früher rein, da wir unser Team unterstützen wollten. Die nächsten von uns durften vorlesen und keiner wollte den Stand unbeaufsichtigt lassen. Also blieben Alex und ich vor Ort. Hihi… der Versicherungsmensch kam hervor und unser Nachbarstand hatte keine Chance mehr. Wir redeten mit unfassbar vielen Menschen. Die ersten Bekannten aus Berlin tauchten zu meiner Überraschung auf und schon wurde es aufregender. Man interessierte sich für unsere Bücher, die Füße schmerzten vom Stehen, aber das kannte ich bereits. Die Goodietüten wurden weniger. Zudem hatte ich sie aufgeteilt und die ersten rissen sie vor Ort auf, schauten hinein: „Oh! Teebeutel! Die ist meine!“ Die vom Garten sahen mir nur verwirrt an und ich zuckte gelassen mit meinen Schultern.
Viel zu schnell neigte sich der Tag dem Ende und am Abend saßen wir mit den Leuten vom „Garten der Poesie“ in einem süßen Hotel, labten uns an einem Buffet und verbrachten schöne Stunden. Wir fanden neue Freunde in ihnen und ich muss sagen, dass es sich fast wie eine Familie anfühlte. Es war großartig. Josie, Bernd Rosarius, Kurt von der Heide (ja der heißt wirklich so und sein Buch: „Der Mann mit den Eiern“ wurde zu einem Dauerthema), Susan E. Stengel, Detlef Heublein u.v.a. arbeiteten mit uns, wuchsen mit uns zusammen und wurden zu unseren Freunden.


Der Samstag war die Hölle… Wir kamen wegen zwei Unfällen zu spät und bereits gegen 11 Uhr mussten wir am anderen Ende der Welt parken. Innerhalb der ersten beiden Stunden waren unsere Goodietütchen vergriffen und ich holte meine Box, in der sich die Lesezeichen sowie restlichen Sachen befanden. Wir sprachen bis wir heiser wurden, sahen viele Freunde wieder. Jacky kam, Blogger traf ich, wir drückten uns, Sabine Henning – Vogel (Autorin), Patricia Vonier und so viele andere Menschen kamen zu uns. Am Nachmittag war ich bereits heiser und die Nervosität vor Sonntag stieg an. In meinen kleinen Pausen verkroch ich mich nach draußen und las in meinem Buch, murmelte leise vor mich her, da ich nichts dem Zufall überlassen wollte.
Am Abend waren wir vollkommen erschöpft, trotzdem bestellten wir uns Pizza und übten weiter. Alex und ich, gingen noch einmal a
lles durch, stritten uns ein wenig, diskutierten angeregt, bis wir müde ins Bett fielen.


Sonntagmorgen:
Zeitumstellung und 6.00Uhr aufstehen… egal!
Duschen, schminken… zweimal habe ich mich umgezogen und Alex aus seinem Bett geschmissen. Dieser trabte gemächlich an mir vorbei und kochte mir einen Kaffee. Schnell alles zusammen suchen, versucht etwas in den Magen zu bekommen und los ging es. Wir konnten ganz weit vorn parken, wieder flirtete ich mit den Sicherheitsleuten und schwupp, waren wir um Neun schon in der Messe. Leere… gähnende Leere und kaum ein Mensch weit und breit zu sehen. Nicht einmal unsere Standnachbarn waren da, welche mir seit Freitag aus dem Weg gingen. Nachdem ich einer der Damen eine Lektion in Anstand erteilte, da sie mir mitten in ein Gespräch gefallen war. Aber dadurch bekam ich etwas Ruhe.
Leider ging es mir am Sonntagmorgen schlecht. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, die Nervosität stieg unaufhörlich, Alex ging mir ebenfalls aus dem Weg, da unsere Lesung anstand. Bewaffnet mit unseren Werken führte Bernd Rosarius zu unserem Leseort. Ich summte den Todesmarsch vor mich her, bemühte mich alles auszublenden, legte meine Bücher ab und verschwand panisch aufs stille Örtchen. Ja, ich hasse Lampenfieber… aber wenn ich keines habe, dann geht meist etwas schief.
Zu meiner Überraschung kam meine beste Freundin und damit die Person, wegen welcher ich überhaupt schrieb. Wir fielen uns in die Arme, ihre Mutter begleitete sie und ansonsten lief noch der Gottesdienst innerhalb der Messe. Ich glaubte nicht daran, dass es mehr werden würden, doch langsam füllten sich die Hocker und dann mussten die Leute noch an den Tischen Platz nehmen.
Bernd kündigte uns an, Alex fing an und anschließend stieg ich mit Nadja ein. Wir wechselten uns
ab. Er ein Gedicht, ich einen Absatz oder mehr, dann wieder er mit einem passenden Gedicht.
Denn einige passten zu Nadja - meinem Buch, deshalb konnten wir es mischen.
Ich musste etwas mit der Tontechnik kämpfen, da ich mich selbst in voller Lautstärke hörte und dadurch immer leiser wurde. Dann hatte ich das Mikro im Weg, mich einmal total verhaspelt, aber dies nahm mir keiner Übel. Zudem entdeckte ich mitten unter dem Lesen, dass eine weitere Freundin angekommen war. Angelika Reimer saß da und strahlte mich an. Wo ich mich wirklich beherrschen musste, dass ich nicht aufsprang und ihr in die Arme lief. Also unterdrückte ich diesen Impuls.
Am Ende ernteten wir Applaus. Die Leute kamen zu uns, schnell mussten wir von der Bühne, da die nächsten bereits in den Startlöchern standen.
Bernd lobte uns, gab mir noch ein paar Tipps für die Zukunft und am Abend bekam ich das größte Kompliment. Eine Dame kam an unseren Stand, lobte mich für die Lesung und musste unbedingt das Buch kaufen. Ich signierte es stolz und für mich war damit alles gut.
Danach mussten wir uns alle verabschieden. Ich kann es kaum erwarten alle wieder zu sehen, aber auch Heimweh zu meiner Familie verspürte ich. Trotzdem war ein eine großartige Zeit. Ich freue mich sehr darauf alle wieder zu sehen und besonders in Josie, Bernd, Kurt, Susan und Detlef fand ich neue Vertraute.

Vielen Dank für diese vielen Besucher, danke an dieses tolle Team und natürlich auch an Alex, welcher mit seinem Vortrag uns alle überraschte.





1 Kommentar:

  1. Muss an der Nervosität gelegen haben, dass alles so gut geklappt hat xD

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